Darmstadt-Dieburg – Die Ökolandbau-Modellregion Süd trifft sich am Freitag, 22. November 2019, im Darmstädter Justus-Liebig-Haus zu ihrem zweiten Plenum. Diese Vollversammlung aller Akteure und Akteurinnen dient vorrangig dem Austausch. Sieben Projektgruppen, die seit März an der Weiterentwicklung des Ökolandbaus in Südhessen arbeiten, stellen ihre Ergebnisse vor und nehmen Impulse für ihre Strategien auf. Ebenso können die Arbeitsgruppen um weitere Engagierte ergänzt werden.
Barbara Akdeniz, als Umweltdezernentin der Wissenschaftsstadt Darmstadt, freut sich, diesmal die Gastgeberin des Plenums zu sein: „Das Interesse an gesunden, hochwertigen Lebensmitteln aus biologischer Produktion steigt, das ist erfreulich, weil sich dadurch deutliche Effekte auch für den Klimaschutz ergeben. In unseren städtischen Kitas bildet sich zum Beispiel gerade eine Arbeitsgruppe aus Verwaltung und Eltern, die sich mit gesundem Essen befasst und dazu konkrete Vorschläge machen will. Im Hinblick nicht nur darauf ist die Ökomodellregion für uns wertvoll – ermöglicht sie es uns doch noch besser, städtische Institutionen mit regional erzeugenden Betrieben zu verzahnen.“
“Mit unserer Öko-Modellregion können wir die harten wirtschaftlichen Fakten im Bereich Landwirtschaft nicht außer Kraft setzen“, sagt Robert Ahrnt, der Erste Kreisbeigeordnete des #LaDaDi. „Die Aufgabe des Teams der Öko-Modellregion ist trotzdem wichtig: Wir durchleuchten die Wertschöpfungskette vom Erzeuger bis auf den Teller einer Schulmensa mit allen Beteiligten. Das ist mühsam, aber alle Veränderung fängt im Kleinen an.“
Schwerpunktthema des aktuellen Plenums ist die „Vermarktung im Bio-Segment“. Nur mit einem sicheren Absatzmarkt lässt sich die arbeitsintensive Bio-Produktion ausweiten. In den zurückliegenden Jahren gab es in Hessen und allgemein in der Bundesrepublik einen Flächenzuwachs in der ökologischen Produktion. 2018 stellten in Deutschland jeden Tag fast fünf Erzeuger ihren Betrieb auf Ökologische Landwirtschaft um, berichtet der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft. Der Bio-Anbau bringt enorme Leistungen für Gesellschaft und Umwelt, wie etwa eine geringere Grundwasserbelastung.
Voraussetzung hierfür ist allerdings immer, dass der Markt sich entsprechend entwickelt. „Umstellung auf Bio – kommt der Markt mit?“ lautet auch der Titel des Vortrags von Jan Niessen, Professor für strategische Marktbearbeitung in der Biobranche an der Technischen Hochschule Nürnberg. Danach beschäftigen sich die Teilnehmenden in Workshops mit Aspekten der Vermarktung, wie Bio in der Gemeinschaftsverpflegung (Kantinen, Mensen, Catering) aber auch Partnerschaften mit dem Lebensmitteleinzelhandel oder Logistik und Bündelung. Außerdem bietet ein „Markt der Möglichkeiten“ mit Infoständen regionaler Initiativen und Unternehmen den Rahmen für Austausch und Kontakte.
Für diese Veranstaltung, die um 13 Uhr beginnt, ist eine Anmeldung nötig, die über die Homepage erfolgen kann: https://www.oekomodellregionen-hessen.de/veranstaltungen/sued

Hintergrund:
Bei der Ökolandbau-Modellregion Süd handelt es sich um ein Verbundprojekt der Landkreise Darmstadt-Dieburg und des Odenwaldkreises als Träger zusammen mit der Wissenschaftsstadt Darmstadt und dem Kreis Groß-Gerau als Partner. Das Projekt wird vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert und wurde im Januar 2019 mit einer Laufzeit von zunächst zwei Jahren gestartet. Rund 200 Interessierte besuchten im März 2019 das erste Plenum in Reichelsheim im Odenwald.